Migros soll radikalen Umbau planen
Die Migros will ihre zehn Regionalgenossenschaften in einer Einheitsgenossenschaft zusammenführen. Die Reform soll Entscheidungswege verkürzen, Logistik und IT bündeln und Einsparungen in dreistelliger Millionenhöhe ermöglichen.
Mario Irminger soll seine Umbaupläne für die Migros am Montag oder Dienstag vorstellen.
Quelle: zVg
Migros-Chef Mario Irminger und Verwaltungspräsidentin Ursula Nold wollen gemäss einem Artikel der «Sonntagszeitung» Anfang kommender Woche ihre Pläne für eine grundlegende Neuorganisation der Migros vorstellen. Die zehn Regionalgenossenschaften, die Supermarkt AG und der Migros-Genossenschafts-Bund (MGB) sollen unter dem Dach einer Einheitsgenossenschaft zusammengeführt werden, wie die Zeitung schreibt.
Die operative Führung soll bei Irminger bleiben. Innerhalb der Migros-Supermarkt AG sind sechs Regionen vorgesehen, deren Zuschnitt sich an der Logistik statt an den bisherigen Genossenschaftsgrenzen orientiert.
Mit dem Umbau sollen doppelte Führungsstrukturen und aufwendige Abstimmungsprozesse wegfallen. Besonders im Backoffice ist mit einem Stellenabbau zu rechnen. Ehemalige Migros-Kader beziffern die Mehrkosten der heutigen Organisation auf rund 300 Millionen Franken jährlich. Die Migros selbst nennt kein Sparziel. Gemäss «Sonntagszeitung» könnten bis zu 3000 Stellen in der Zentrale abgebaut werden. Die Zahl der Supermärkte soll dagegen weiter wachsen. Bestehende Filialen sollen zudem modernisiert werden.
Damit die Reform gelingt, braucht es in jeder Regionalgenossenschaft eine Zweidrittelmehrheit bei einer Urabstimmung. Migros-Sprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir sagte zur Zeitung: «Bei einer allfälligen Fusion von Migros-Genossenschaften müssten sowohl die Delegiertenversammlung des Migros-Genossenschafts-Bundes als auch die Mitglieder der betroffenen Genossenschaften im Rahmen von Urabstimmungen zustimmen.»
Nachtrag der Redaktion: Die Migros informiert heute Montag über ihre Umbaupläne. foodaktuell hält Sie auf dem Laufenden.