Schweizer Zucker erhebt Emissionsdaten bei Rübenproduzenten

Die EU-Kunden der Schweizer Zucker AG wollen den Klimafussabdruck der Zuckerrübenproduktion kennen. Die Zuckerproduzenten sammelt deshalb zusammen mit dem französischen Unternehmen MyEasyFarm Primärdaten bei ihren Zuckerrübenproduzenten in Süddeutschland.

Die Schweizer Zucker AG will wissen, welche Klimaemissionen bei der Produktion der Zuckerrüben entstehen.

Die Schweizer Zucker AG will wissen, welche Klimaemissionen bei der Produktion der Zuckerrüben entstehen.

Quelle: Symbolbild Pixabay

Die Schweizer Zucker AG will die Treibhausgasemissionen in ihrer Lieferkette genauer kennen. Dazu setzt die Zuckerproduzentin auf die digitale Lösung Simplified Carbon Diagnostic (SCD) des französischen Unternehmens MyEasyFarm, wie MyEasyFarm mitteilt. Eingesetzt wird das Tool bei Zuckerrübenproduzenten im süddeutschen Raum. Von dort bezieht die Schweizer Zucker AG schon seit Längerem Zuckerrüben, um das Werk in Frauenfeld «vollständig auszulasten», wie die Schweizer Zucker auf Anfrage schreibt. Rund ein Viertel der Zuckerrüben, die in der Schweiz verarbeitet werden, stammen aus Süddeutschland. Importiert werden vor allem Bio-Zuckerrüben.

Mit der CO2-Erhebung reagiert die Zuckerproduzentin auf eine Forderung ihrer Kunden, die sie mit EU-Zucker beliefert. Diese Kunden verlangten zunehmend Transparenz über die CO2-Emissionen aus Anbau und Verarbeitung der Zuckerrüben, so die Schweizer Zucker. Mit dem Einsatz des Tools in Süddeutschland trage man dieser Forderung Rechnung. Die Primärdaten sollen helfen, Emissionen besser zu verstehen und Verbesserungspotenziale zu erkennen.

In der Schweiz setzt die Schweizer Zucker auf ein anderes Tool, nämlich das WCFT (World Climate Farm Tool) von bio.inspecta. Damit hat das Unternehmen letztes Jahr nach eigenen Angaben mit 250 Schweizer Zuckerrübenpflanzern eine betriebliche Treibhausgasbilanz gerechnet. Sie bildet die Grundlage des Engagements des Unternehmens im landwirtschaftlichen Klimaschutz.

«Der grosse Vorteil des WCFT ist aus unserer Sicht vor allem das Synergiepotential in der Schweizer Landwirtschaft», schreibt die Kommunikationsverantwortliche Mirjam Salerno auf Anfrage von foodaktuell. Das Ausfüllen des Tools lohne sich für einen Landwirten deutlich mehr, wenn er die Resultate nicht nur für die Zuckerrüben, sondern auch für seine Milch, den Weizen oder weitere Kulturen verwenden könne. Diese Synergieeffekte entfallen jedoch in Deutschland, deshalb böten sich dort andere Tools eher an.

Mit dem für Smartphones optimierten Tool Simplified Carbon Diagnostic (SCD) können die Rübenproduzenten in Süddeutschland ihre Daten in rund 30 Minuten selbst erfassen. Abgefragt werden unter anderem Anbauflächen, Erträge, Bodenbearbeitung, Bewässerung und Düngemitteleinsatz. Jeder Betrieb erhält einen individuellen Emissionsbericht. Die Schweizer Zucker AG kann die aggregierten Daten über ein Dashboard für die Scope-3-Berichterstattung nutzen.