Schwache Kartoffelernte zwingt Kadi zu höheren Importen
Die Schweizer Kartoffelernte fällt historisch schwach aus. Dem Tiefkühlproduktehersteller Kadi fehlen 30 bis 35 Prozent der benötigten Inlandware. Hitze und Trockenheit beeinträchtigen auch die Qualität der Kartoffeln.
Die Schweizer Kartoffelernte ist laut Branchenorganisation Swisspatat die schwächste seit Beginn der Aufzeichnungen. Landesweit fehlen rund 130’000 Tonnen Kartoffeln. Beim Langenthaler Kartoffelverarbeiter Kadi liegt die verfügbare Inlandmenge 30 bis 35 Prozent unter dem Bedarf, wie die Tamedia-Zeitungen berichten.
Neben geringeren Erträgen bereitet auch die Qualität Probleme. Knapp die Hälfte der Schweizer Kartoffelflächen konnte nicht bewässert werden. Hitze und Trockenheit führten zu kleineren Knollen und teilweise zu einer zweiten Knollengeneration. Dadurch kann der Stärkegehalt sinken. Für Pommes frites verlangt Kadi mindestens 13 Prozent Stärke sowie einwandfreie Ergebnisse beim Backtest. «Die Pommes frites müssen goldgelb, innen gut ausgefüllt und knusprig sein.», sagt Kadi-CEO Yvonne Richard. Je nach den Ergebnissen werden die Kartoffeln zu Pommes frites, Wedges, Kroketten oder Rösti verarbeitet.
Kadi-Chefin Yvonne Richard rechnet mit höheren Importen als ursprünglich geplant. Wie viel importiert werden muss, kann sie noch nicht sagen. Diese stammen vorwiegend aus Deutschland und den Niederlanden. Trotz kleinerer Kartoffeln müssen Pommes frites nicht zwingend kürzer werden. Entscheidend sei die gezielte Zuteilung der Rohware auf die verschiedenen Produkte. Bei Qualitätsabweichungen sucht Kadi das Gespräch mit den Kunden.
Original-Artikel: Pommes frites werden nicht unbedingt kürzer, dafür landen gestresste Kartoffeln in der Rösti