KlimaStar Milch erreicht erstes Reduktionsziel
Das Ressourcenprojekt KlimaStar Milch hat die Nahrungsmittelkonkurrenz in der Milchproduktion seit 2022 um 23 Prozent gesenkt. Die Reduktion der Treibhausgase erweist sich aber als schwierig. Nun sollen die Erkenntnisse schweizweit genutzt werden.
Die teilnehmenden Betriebe verfüttern ihren Kühen weniger Kraftfutter und setzten vermehrt auf Nebenprodukte aus der Lebensmittelherstellung.
Quelle: zVg
Vier Jahre nach dem Start zieht das Ressourcenprojekt KlimaStar Milch eine positive Zwischenbilanz. Ende 2025 nahmen 219 Milchbetriebe mit einer jährlichen Produktion von rund 73 Millionen Kilogramm Milch am Projekt teil. Das Projekt verfolgt das Ziel, die Treibhausgasemissionen sowie die Nahrungsmittel- und Flächenkonkurrenz in der Milchproduktion bis 2027 um jeweils 20 Prozent zu senken.
Bei der Nahrungsmittelkonkurrenz habe man dieses Ziel bereits überschritten, teilt Projektpartner Emmi mit. Seit Projektbeginn wurde die Nahrungsmittelkonkurrenz um rund 23 Prozent gesenkt. Die teilnehmenden Milchbetriebe verringerten ihre Kraftfutterintensität und setzten vermehrt auf Nebenprodukte aus der Lebensmittelherstellung, wie es in der Mitteilung heisst. Auch die Flächenkonkurrenz ging zurück und liegt mittlerweile 15 Prozent unter dem Ausgangswert. Die Betriebe produzierten heute mehr Milch und tierisches Protein auf derselben oder einer nur geringfügig grösseren Fläche, schreibt Emmi. Besonders ausgeprägt seien die Fortschritte bei den Betrieben in der Talzone.
Die Treibhausgasemissionen pro Kilogramm Milch konnten seit dem Projektstart relativ um rund 8 Prozent reduziert werden. Das angestrebte 20-Prozent-Ziel dürfte nicht erreicht werden. Emmi schreibt, weitere Reduktionen seien für die Betriebe «anspruchsvoll, da sie unter anderem mit hohen Investitionen und langen Planungshorizonten verbunden sind». Zudem lagen die Ausgangswerte der Treibhausgasemissionen in der Schweiz tiefer als ursprünglich angenommen und sind auch niedriger als im internationalen Vergleich, dadurch seien zusätzliche Fortschritte schwieriger zu erzielen.
Durch die Anpassungen ihrer Milchproduktionssysteme konnten die Betriebe 2025 die Emissionen pro Kilogramm Milch um 66 Gramm CO2-Äquivalente reduzieren. Hochgerechnet auf die 73 Millionen Kilogramm produzierte Milch entspricht dies einer Einsparung von knapp 5000 Tonnen CO2-Äquivalenten gegenüber dem ursprünglichen Produktionssystem. Wegen der gestiegenen Milchproduktion nahmen die absoluten Emissionen allerdings leicht zu.
In den verbleibenden zwei Projektjahren sollen die Betriebe durch gezielte Beratung und individuelle Begleitung dabei unterstützt werden, weiteres Reduktionspotenzial zu nutzen. Dazu teilen laut Mitteilung diejenigen Betriebe, denen es bereits gelungen ist, ihre Treibhausgasemissionen deutlich zu senken und gleichzeitig die Nahrungsmittel- und Flächenkonkurrenz zu reduzieren, ihre Erfahrungen mit den anderen Teilnehmern.
Das von Emmi, Nestlé, Aaremilch, ZMP und AgroCleanTech initiierte Projekt KlimaStar Milch läuft noch bis 2027. Die Branchenorganisation Milch hat auf Grundlage der Erkenntnisse einen Klimarechner entwickelt, der seit Juli 2026 allen Schweizer Milchproduzenten zur Verfügung steht. Mit ihm können Betriebe ihre Treibhausgasemissionen und die Nahrungsmittelkonkurrenz ihrer Milchproduktion berechnen und Optimierungsmassnahmen bestimmen. Damit sollen die Projektergebnisse in die Breite getragen werden.