Weinimporte sollen versteigert werden
Noch-Bundespräsident Guy Parmelin will Absatzförderung und Exporte von Schweizer Wein stärken. Wer Wein importiert, soll künftig die WTO-Kontingente ersteigern müssen. Die Inlandleistung soll nicht berücksichtigt werden.
Weinimporte sollen künftig versteigert werden.
Quelle: zVg vignerons-vaudois
Der Bund verfolgt die geplante Inlandpräferenz bei Weinimporten nicht weiter. Gemäss der Inlandleistung wären die Kontingente für den Weinimport an den Kauf und die Verarbeitung von Schweizer Trauben gekoppelt worden, wie es der Bund mit der am 11. März 2026 in die Vernehmlassung eingegebenen Änderung eigentlich wollte. Gemäss der Inlandleistung wären die Kontingente für den Weinimport an den Kauf und die Verarbeitung von Schweizer Trauben gekoppelt worden.
Daraus wird jetzt nichts. Bundespräsident Guy Parmelin gab den Entscheid nach einem Treffen am 2. Oktober 2026 mit wichtigen Akteuren des Schweizer Weinmarktes bekannt. Grund seien die stark unterschiedlichen Positionen zur geplanten Änderung der Aufteilung des WTO-Zollkontingents. Stattdessen will der Bund drei Schwerpunkte verfolgen: Die Rebflächen sollen stärker an die Nachfrage angepasst, Absatzförderung und Exporte gestärkt sowie die Importregeln nach dem Prinzip der Versteigerung angepasst werden.
VignobleSuisse, der Branchenverband Schweizer Reben und Weine, und der Schweizer Bauernverband kritisieren den Entscheid in ihrem Communiqué. Aus ihrer Sicht würden die vorgesehenen Massnahmen nicht ausreichen, um die wirtschaftlichen Probleme des Schweizer Weinbaus zu lösen. Der Bauernverband spricht von einem «Tropfen auf den heissen Stein». Das WTO-Zollkontingent für Wein beträgt jährlich 170 Millionen Liter und wurde nach Angaben der Verbände seit 2001 nie vollständig ausgeschöpft. Mehrere parlamentarische Vorstösse sollen nun weitere Massnahmen für den Schweizer Weinsektor anstossen.