Brauereien setzen auf KI und funktionelles Bier

Bier mit Protein, um nach dem Sport wieder zu Kräften zu kommen, und Bier mit Magnesium für einen guten Schlaf. In Belgien setzen Brauereien auf funktionelles Bier.

Bier soll funktionell werden.

Bier soll funktionell werden.

Quelle: zVg amaz

Sinkender Konsum und steigende Kosten setzen Europas Brauereien unter Druck. Die Branche reagiert mit neuen Produkten und effizienteren Produktionsverfahren. In Belgien kommen inzwischen auch funktionelle Biere mit zugesetztem Protein oder Magnesium auf den Markt, wie die NZZ in einem Artikel schreibt.

Als wichtiger Wachstumsmarkt gilt alkoholfreies Bier. In der Schweiz und in Deutschland erreicht es mittlerweile einen Marktanteil von rund 8 Prozent. Während grosse Brauereien verstärkt auf Produkte mit weniger als 0,05 Prozent Alkohol setzen, produzieren kleinere Betriebe häufig Biere mit bis zu 0,5 Prozent. Diese lassen sich mit speziellen Hefen vergären und benötigen keine kostspielige Entalkoholisierung. Die Herstellung von Null-Prozent-Bier ist aufwendiger. Beim Entzug des Alkohols gehen auch Aromastoffe verloren, die anschliessend ausgeglichen werden müssen.

Das Institute for Beer Research der Katholischen Universität Löwen arbeitet mit Brauereien an neuen Verfahren. Ein Schwerpunkt liegt auf effizienteren Hefen, die günstigere Rohstoffe und optimierte Fermentationsprozesse ermöglichen. Auch der Wasserverbrauch ist deutlich gesunken. Während früher 10 bis 12 Liter Wasser für einen Liter Bier benötigt wurden, sind es heute laut dem Institut rund 2,5 Liter.

Künstliche Intelligenz soll zudem bei der Produktentwicklung helfen. Die Forscher analysierten mehr als 400 Biere und verknüpften deren chemische Zusammensetzung mit Konsumentenbewertungen. Die Daten sollen zeigen, welche Aromaprofile besonders gut ankommen – auch bei alkoholfreien Bieren. Trotz rückläufigem Konsum erwartet das Institut laut NZZ nicht, dass Bier zum Nischenprodukt wird. Die Branche müsse jedoch mit Innovationen und effizienterer Produktion auf den strukturellen Wandel reagieren.