Hitzewellen belasten Parmesan-Produktion

Extreme Hitze belastet die Parmigiano-Reggiano-Produktion in Norditalien. Die Kühe geben weniger Milch und die Reifelager brauchen mehr Strom für die Kühlung.

An Hitzetagen brauchte die Kühlung der Parmesan-Laiber bis zu 30 Prozent mehr Strom.

An Hitzetagen brauchte die Kühlung der Parmesan-Laiber bis zu 30 Prozent mehr Strom.

Quelle: Symbolbild Caroline Roose/Unsplash

Die anhaltenden Hitzewellen in der italienischen Region Emilia-Romagna sind eine wachsende Herausforderung für die Herstellung von Parmigiano Reggiano. Bei Temperaturen von über 40 Grad Celsius fressen die Kühe weniger und geben bis zu 10 Prozent weniger Milch. Nach Angaben von Nicola Bertinelli, Präsident des Consorzio Parmigiano Reggiano, beeinträchtigt die extreme Hitze auch die Qualität der Milch, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Gleichzeitig erschweren Trockenheit und ausbleibende Niederschläge den Anbau von Gras und Heu, die gemäss den Produktionsvorschriften ausschliesslich aus der Herkunftsregion stammen müssen.

Viele Betriebe investieren deshalb in Ventilatoren und Wasservernebelungssysteme, was die Energiekosten deutlich erhöht. Auch die Reifelager, in denen die Käselaibe mindestens zwölf Monate und teilweise bis zu drei Jahre lagern, benötigen mehr Energie für die Kühlung. Beim Lagerbetreiber Magazzini Generali delle Tagliate stieg gemäss Bericht von Reuters der tägliche Energieverbrauch während der jüngsten Hitzeperioden um rund 30 Prozent. Das Unternehmen reagiert mit effizienteren Kühlsystemen, besserer Gebäudedämmung und einem Ausbau der erneuerbaren Energieproduktion.

Die Branche erzielt jährlich einen Umsatz von rund 4,5 Milliarden Euro. Mehr als die Hälfte der Verkäufe entfällt auf den Export, wobei die USA der wichtigste Auslandsmarkt sind.