Im Herbst droht ungestützte C-Milch

Eine Arbeitsgruppe der Branchenorganisation Milch (BOM) prüft, wie sich die Milchproduktion drosseln lässt. Ab Herbst könnte ungestützte C-Milch zum Thema werden.

In den ersten vier Monaten 2026 wurden fünf Prozent mehr Milch gemolken als in der Vorjahresperiode.

In den ersten vier Monaten 2026 wurden fünf Prozent mehr Milch gemolken als in der Vorjahresperiode.

Quelle: Symbolbild Megumi Nachev/Unsplash

Trotz momentaner Hitze und Trockenheit zeichne sich langfristig keine Entspannung im Milchmarkt ab, schreibt die Branchenorganisation Milch (BOM) in einer Mitteilung. Die Situation mit Milchüberschüssen sei «anhaltend und unverändert prekär». Spätestens ab Herbst seien daher Massnahmen zur Drosselung der Produktion notwendig. Die neue BOM-Arbeitsgruppe «Marktanalyse Milchbranche und Massnahmen» ist seit dem 2. Juli daran, Optionen zu prüfen.

Im Zentrum stünden dabei Massnahmen, um die Milchproduktion zu drosseln, wie die BOM mitteilt. Eine höhere Verbindlichkeit durch verpflichtende Massnahmen und mehr Transparenz stünden zur Diskussion. Die Kommission will dabei das bestehende Instrument der Segmentierung stärken. «Es ist also damit zu rechnen, dass ab Herbst ungestützte C-Milch zum Thema wird», schreibt die BOM. Ungestützte C-Milch ist Milch, die ohne finanzielle Unterstützung zu Weltmarktbedingungen vermarktet wird. Produzenten erhalten dafür deutlich weniger Geld als in den anderen Milchsegmenten.

Auch eine verbesserte Nutzung der Verarbeitungskapazitäten könne helfen, das Problem abzufedern, so die BOM weiter. Die Mehrproduktion in diesem Jahr brachte die Verarbeitungskapazitäten an ihre Belastungsgrenzen. Gleichzeitig wolle die Milchbranche alle Möglichkeiten ausschöpfen, um dem Importdruck zu begegnen, damit mehr Wertschöpfung aus Schweizer Milch hergestellt und die Importe zurückgedrängt würden.