Verkaufsrekord in der Schweiz, Rückgang in den USA
Der Gruyère AOP kann zum 25-Jahr-Jubiläum seiner AOP auf eine erfolgreiche Entwicklung zurückblicken. Im Inland erreichten die Gruyère-Verkäufe 2025 einen neuen Rekordwert, im Export gab es einen Rückgang.
Pierre-Yves Guyot, Präsident der Interprofession du Gruyère, und Direktor Olivier Isler.
Quelle: Roland Wyss-Aerni
An ihrer diesjährigen Delegiertenversammlung in Bulle (FR) blickte die Interprofession du Gruyère auf 25 Jahre AOP zurück. Die Registrierung des traditionellen Käses bildete eine Basis für den Erfolg des Gruyère AOP am Markt, wurde an der Versammlung betont. Unter den Gästen waren Ständerätin Isabelle Chassot, neue Präsidentin der Schweizerischen Vereinigung der AOP und IGP, Staatsrat Didier Castella, Jean-Marc Chappuis und Dominique Barjolle, Forschungsleiterin an der Universität Lausanne und Initiantin des Systems der Schweizer AOP. Bundesrat Guy Parmelin sandte eine Grussbotschaft per Video.
In den letzten 25 Jahren habe man auch dank der AOP die Produktionsmengen stark steigern und neue Exportmärkte erschliessen können, sagte Präsident Pierre-Yvan Guyot an einer Medienkonferenz vor der Versammlung. Gleichzeitig habe man traditionelle Produktionsweisen bewahrt, die im AOP-Pflichtenheft festgehalten sind. Eine hohe Qualität, Rückverfolgbarkeit und die regionale Verankerung des Produkts seien so gewährleistet. Die AOP werde auch weiterhin wichtig bleiben, um den Mehrwert des Gruyère AOP zu bewahren und gegenüber Konkurrenzprodukten zu differenzieren.
Direktor Olivier Isler präsentierte die Zahlen vom letzten Jahr. Ingesamt sanken die Verkäufe um 500 Tonnen auf 31'210 Tonnen. Im Inland erreichten die Verkäufe beim Gruyère AOP einen neuen Rekordwert von 19'131 Tonnen, 2,5 % mehr als im Vorjahr. Die Exporte gingen um 7,4 % auf 12'079 Tonnen zurück. Besonders stark betroffen waren die Verkäufe in Richtung USA, dorthin wurden 3600 Tonnen exportiert, 17 % weniger als im Vorjahr. Hauptgründe dafür seien die von den USA erhobenen Zusatzzölle, die sich zeitweise auf 49 % summiert hättenn, und die starke Aufwertung des Frankens gegenüber dem Dollar, sagte Isler. Die Zölle seien zwar gesunken, aber immer noch höher als vor Trump, das Umfeld bleibe unsicher. Die ersten Monate im 2026 verliefen unter den Erwartungen, bis Mai lagen die Verkäufe rund 2 % unter dem Vorjahresniveau. Im Moment gilt für den Gruyère AOP eine Produktionseinschränkung von 3 %, beim Bio-Gruyère AOP eine Einschränkung von 10 %. Isler sagte, man beobchte die Situation laufend und hoffe auf eine Verbesserung in der zweiten Jahreshälfte.
Helfen soll auch die neue Werbekampagne, die zum 25-Jahr-Jubiläum lanciert wird und die die Bestimmungen des Gruyère-Pflichtenhefts auf einfache Art veranschaulichen soll. Ein immer noch heiss diskutiertes Thema sind die Melkroboter. Pierre-Yvan Guyot erklärte, man prüfe in einer Arbeitsgruppe, ob Milch aus den automatischen Melksystemen die Anforderungen des Pflichtenheftes erfülle und sich für die Produktion von Gruyère AOP eigne. Die strengen AOP-Anforderungen stünden nicht zur Diskussion, die Frage sei, ob die technologischen Möglichkeiten zu diesen Anforderungen passen würden.