KI-Assistenz für afrikanische Marktfahrerinnen
Nestlé startet in Zentral- und Westafrika ein Pilotprojekt mit dem KI-gestützten Beratungsdienst «Maggi Mami». Markthändlerinnen können mit einfachen Handys Fragen stellen und erhalten KI-generierte Antworten auf Basis erfahrener Händlerinnen.
In Afrika sind Marktfahrerinnen für einen grossen Teil der Lebensmittelversorgung zuständig.
Quelle: zVg nestle
Die Anwendung richte sich an die zahlreichen Markthändlerinnen, «Mammies», die in offenen Märkten Lebensmittelzutaten verkaufen und einen wichtigen Teil der regionalen Lebensmittelversorgung sicherstellen würden, schreibt Nestlé in einer Medienmitteilung. Nach Angaben des Unternehmens sind mehr als 70 000 sogenannte «Mammies» in der Region tätig. Sie stehen für über 70 Prozent des Maggi-Umsatzes in Zentral- und Westafrika. Viele von ihnen würden über keine formale Ausbildung verfügen und ihr Wissen durch praktische Erfahrung erwerben, heisst es weiter.
Die gemeinsam mit der Technologieplattform Viamo entwickelte Lösung soll den Austausch von Erfahrungswissen erleichtern. Nutzerinnen können über eine kostenlose Telefonnummer Fragen stellen und erhalten KI-generierte Antworten auf Basis einer Datenbank mit Erfahrungen erfahrener Händlerinnen. Das System wurde speziell für Regionen mit eingeschränkter Internetversorgung und geringer Alphabetisierung entwickelt. Die Nutzung erfolgt über einfache Mobiltelefone per Sprachsteuerung in lokalen Sprachen, ohne Internetverbindung oder Datenvolumen.
Nestlé sieht das Angebot als Erweiterung seiner bisherigen Unterstützung für Markthändlerinnen. Maggi stellt den Verkäuferinnen seit Jahren unter anderem Werbematerialien, Produktschulungen und Geschäftstrainings zur Verfügung. Mit «Maggi Mami» will der Konzern nach eigenen Angaben lokale Marktkenntnisse mit Künstlicher Intelligenz verbinden und so Unternehmerinnen beim Ausbau ihrer Geschäfte unterstützen.