Cremo: Mehr Milch, weniger Umsatz, gleich viel Verlust

Cremo verzeichnet erneut einen Verlust von 17 Millionen Franken. Unter dem neuen CEO soll die notwendige Transformation beschleunigt werden.

Xavier Monange, der neue Crfemo-CEO

Xavier Monange, der neue Crfemo-CEO

Quelle: Cremo

Bei Cremo sank im letzten Jahr der Umsatz um 6,1 % auf 473,6 Millionen Franken. Auf vergleichbarer Basis – Cremo stellte 2025 die Emmentaler-Affinage, die Produktion von pasteurisierter Milch und von anderen Milchprodukten ein – reduziert sich der Umsatzrückgang gemäss Cremo auf 23 Millionen Franken oder -4,7 %, wie die Cremo-Spitze an einer Medienkonferenz vom 21. Mai erklärte.

Die Hauptgründe für den tieferen Umsatz seien der Brand in der Käserei in Villars-sur-Glâne und weitere industrielle Störungen, die zu Lieferausfällen bei den Kunden geführt hätten, sagte Xavier Monange, seit Ende November CEO von Cremo.

Unter dem Strich weist Cremo einen Verlust von 17,1 Mio. Franken aus, im Vorjahr waren es 16,9 Mio. Franken. Die ordentlichen Abschreibungen gingen leicht zurück auf 18,3 Mio. Franken. Ein tieferer Finanzaufwand aufgrund von Wechselkursgewinnen und der Verkaufserlös des Standortes in Lucens konnten teilweise die Verluste kompensieren. Der Cashflow beträgt 200'000 Franken, gegenüber 20,5 Mio. Franken im Jahr 2024. Die Differenz erklärt sich laut Cremo vor allem durch die ausserordentliche Lagerbestandsreduktion im 2024. Cremo investierte im letzten Jahr 10,2 Mio. Franken in die Produktionsanlagen. Cremo verarbeitete im letzten Jahr 333 Mio. kg Milch, 10 % über Budget.

Positiv sei die Dynamik bei der Marke Lattesso, sagte Monange weiter, hier habe man dem Umsatz um 5 % steigern können. Mit der Lancierung von Lattesso Dirty Matcha im 2025 und von Matcha Latte Anfang 2026 zeige Cremo, dass man die Konsumententrends rasch aufnehme.

«Trotz der in den letzten Jahren umgesetzten strukturellen Reformen hat Cremo die für 2025 gesetzten Ziele nicht erreicht und ihre Situation nicht nachhaltig stabilisieren können», sagte Verwaltungsratspräsident Georges Godel. Die Betriebskosten mit den alten Anlagen und mit zu wenig gesteuertem Personalwachstum seien nach wie vor zu hoch.

Verwaltungsrat und Geschäftsleitung hätten deshalb eine neue Roadmap definiert, die darauf abziele, Cremo wieder auf ein solides Fundament zu stellen. Im Zentrum stehen dabei Kundenorientierung, operative Exzellenz und wirtschaftliche Effizienz.

Cremo schlägt zuhanden der Generalversammlung vom Juni drei neue Verwaltungsräte vor: Fabrice Favero (1967), langjähriger Nestlé-Manager und Gründer und CEO des Cleantech-Startups Zesst SA. Claude Gremion (1971), Präsident der Handels- und Industriekammer des Kantons Freiburg und langjähriger Kadermann bei den Freiburger Elektrizitätswerken Groupe E. Matthew Robin, CEO der Elsa Group und Verwaltungsrat bei Aaremilch AG und The Cultured Hub AG.