Eigenmarken-Ausmisten im Supermarkt

Migros will die Zahl ihrer Eigenmarken deutlich reduzieren. Von derzeit rund 200 Marken sollen bis 2030 noch etwa 150 übrig bleiben.

Der legendäre Kaffe Zaun soll verschwinden.

Der legendäre Kaffe Zaun soll verschwinden.

Quelle: zVg migros

Künftig sollen zahlreiche Produkte stärker unter der Dachmarke Migros geführt werden, wie die NZZ in einem Artikel schreibt. Im Zuge der Umstellung sollen auch traditionsreiche Namen wie, «Kaffee Zaun» endgültig von den Verpackungen verschwinden. Die Marke stand historisch für koffeinfreien Kaffee als günstigere Alternative zu etablierten Produkten.

Ziel der Anpassungen seien eine Vereinfachung der Markenführung sowie geringere Kosten für Marketing und Produktgestaltung. Auch Bezeichnungen wie «M-Classic» sollen wegfallen und durch die Hauptmarke ersetzt werden. Experten sehen gemäss NZZ neben Vorteilen auch Risiken. Eine stärkere Fokussierung auf die Dachmarke könnte die Differenzierung im Regal erschweren. Zudem könnten negative Produkterfahrungen stärker auf die Gesamtmarke abstrahlen.

Eigenmarken hatten bei Migros traditionell eine wichtige Rolle. Bereits Gründer Gottlieb Duttweiler nutzte kreative Produktnamen gezielt als Alternative zu Markenherstellern und zur Positionierung im Wettbewerb. Auch Coop verfolgt eine ähnliche Strategie und ersetzt schrittweise Eigenmarken durch den eigenen Namen. Discounter wie Aldi und Lidl setzen hingegen weiterhin auf zahlreiche Eigenmarken mit eigenständigen Produktnamen.